Aus der Sicht des Models
Durch eine Freundin bin ich auf Michi – die Seilbändigerin – aufmerksam geworden. Schon beim ersten Kontakt war ich von ihrer sympathischen und offenen Art begeistert. Ihre Arbeit hat mich fasziniert, und nach einer Weile wuchs in mir der Wunsch, ein Bondageshooting mit ihr zu erleben.
Ich mochte schon immer das Gefühl von festen Umarmungen oder in eine Decke eingewickelt zu sein – etwas, das mich beruhigt und mir Geborgenheit schenkt. Daher war ich neugierig, wie sich Bondage anfühlen würde, besonders in Michis Händen, wo ich wusste, dass Emotion und Ästhetik eine große Rolle spielen.
Für das Shooting haben wir uns ein ruhiges Plätzchen in der Natur gesucht. Schon ab den ersten Momenten habe ich mich unglaublich wohl gefühlt. Michi hat ein besonderes Talent, auf Menschen einzugehen. Jeder Griff, jede Bewegung wurde mit Bedacht und Achtsamkeit ausgeführt. Sie hat immer wieder sichergestellt, dass ich mich sicher und gut aufgehoben fühle. Diese Aufmerksamkeit hat mir geholfen, mich komplett fallen zu lassen.
An dieser Stelle muss ich etwas Wichtiges erklären: Ich habe eine Erkrankung, die Muskelschwund auslöst. Also, verliere ich im Laufe der Zeit meine Kraft im ganzen Körper. Dadurch brauche ich für alles in meinem Alltag Unterstützung und bin auf andere Menschen angewiesen.
Durch meine Situation bin ich immer in einem Abhängigkeitsverhältnis zu anderen und habe früh gelernt, zu äußern was ich brauche. Auch muss ich meinen Alltag sehr gut strukturieren und planen und mit meinem Kopf anwesend sein, um meine Assistenten immer anleiten zu können, was ich benötige. Dadurch, dass ich körperlich extrem eingeschränkt bin, möchte ich so viel Kontrolle über mein Alltagsleben und meinen Körper (was ich zumindest optisch beeinflussen kann) wie nur möglich. Aber das ist natürlich auch anstrengend, weil ich immer wieder das Gefühl habe, nicht abschalten zu können. Daher fällt es mir allgemein extrem schwer, Kontrolle abzugeben. Durch dieses Bondage habe ich gemerkt, dass ich die Kontrolle abgegeben habe.
Michi war zu jedem Zeitpunkt sehr bemüht, es mir so angenehm wie möglich zu machen. Ich habe ihr meinen Körper komplett anvertraut und zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt, sie könnte mir weh tun, denn auch da habe ich in meinem Alltag immer wieder Angst. Durch das Vertrauen, was ich entgegenbringen konnte, konnte ich mich fallen lassen. Durch das Gefühl, dass die Seile gerade meinen Körper in Position halten, ist eine komplette Entspannung eingetreten, das kannte ich so nicht. Denn auch wenn meine Muskulatur nur wenig ausgeprägt ist und kaum Kraft vorhanden ist, ist immer eine gewisse körperliche Anspannung da. Denn ich kann auch nicht einfach meine Positionen wechseln. Es tut gut zu wissen, dass man sich so fallen lassen kann. Ohne Angst zu haben vor einer Reaktion, die unangenehm sein könnte vom Gegenüber. Gezeigt hat es mir, dass es gut tut, Kontrolle abzugeben. Und ich versuche jetzt vermehrt, das in meinen Alltag einzubauen, aber erstmal bei kleinen Dingen. Was mich überrascht hat, war die tiefe Entspannung, die ich während des Bondage erlebt habe. Obwohl ich mich aufgrund einer körperlichen Einschränkung ohnehin nur eingeschränkt bewegen kann, habe ich mich in diesem Moment so frei wie selten zuvor gefühlt. Es war, als wäre die Welt für einen Augenblick still geworden, und ich konnte einen vollkommenen Einklang mit mir selbst spüren. Dieses Gefühl der Ruhe und Sicherheit war so intensiv, dass es noch Tage nach dem Shooting bei mir nachgewirkt hat.
Die entstandenen Bilder sind atemberaubend – sie zeigen nicht nur die ästhetische Seite des Bondage, sondern auch, wie wohl ich mich gefühlt habe. Diese Erfahrung war etwas ganz Besonderes, und ich würde mich jederzeit wieder in Michis Hände begeben. Sie schafft es, nicht nur Kunstwerke mit ihren Seilen zu kreieren, sondern auch ein Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit zu schenken, das man nicht so schnell vergisst.
Aus der Sicht der Künstlerin
Für mich ist Bondage weit mehr als nur eine Technik oder eine künstlerische Ausdrucksform. Es ist ein Dialog zwischen zwei Menschen – ein Ausdruck von Vertrauen, Respekt und Achtsamkeit. Jeder Mensch, mit dem ich arbeite, bringt seine eigene Geschichte und Energie mit, und es ist meine Aufgabe, diese Besonderheit in meinen Arbeiten einzufangen.
Das Shooting mit Dani war für mich eine wunderschöne Erfahrung. Sie brachte eine Offenheit und Neugier mit, die mich sofort berührt hat. Es war faszinierend zu sehen, wie sie sich Schritt für Schritt in die Erfahrung hineingab und sich letztendlich vollkommen entspannen konnte.
Es ist dieser Moment, wenn jemand die Welt um sich herum vergisst und sich nur auf das Hier und Jetzt konzentriert, der mich als Riggerin so sehr inspiriert.
Die Verbindung zwischen uns war essenziell für dieses Erlebnis. Meine Aufgabe ist es, einen Raum zu schaffen, in dem man sich sicher und geborgen fühlt – denn nur so kann eine tiefe Entspannung entstehen.
Bondage ist weit mehr als das Anlegen von Seilen; es ist eine subtile, nonverbale Kommunikation, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruht.
Im Vorgespräch kläre ich immer die körperlichen, emotionalen oder mentalen Besonderheiten ab. Das ist unerlässlich für ein entspanntes und sicheres Arbeiten. Und letzten Endes möchte ich ja das Bondage zu einem besonderen Genuss werden lassen.
Besonders durch die Natur, umgeben von Stille und frischer Luft, hatte dieses Shooting eine fast meditative Qualität. Die entstandenen Bilder spiegeln nicht nur die ästhetische Schönheit unseres Bondage wider, sondern auch die emotionale Tiefe, die in diesem Moment spürbar war.
Was mich antreibt, ist genau das, was Dani beschrieben hat: Menschen ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit gleichzeitig zu schenken. Es ist eine Kunstform, die nicht nur die Sinne anspricht, sondern auch das Herz berührt. Dieses Shooting war ein perfektes Beispiel dafür, wie Bondage nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale Reise sein kann – eine Reise, die ich mit großer Freude begleite.
Jedes Bondage ist einzigartig, genauso wie der jeweilige Mensch. Und jeder Mensch bringt seine Themen – egal ob körperlicher oder emotionaler Art – mit. Auf diese gehe ich im Bondage mit ein und so kann es meditativ, entspannend oder auch befreiend wirken. Ich liebe es, erleben zu dürfen, wie angestaute Gefühle wieder ins Fließen kommen oder auch einfach nur selige Entspannung einsetzt.









